30. Mai 2022

„Ein großer Schritt in die richtige Richtung“

Grenzen neu bestimmen bei Extrembedingungen am Plauer See

Vor dem Himmelfahrtswochenende befragt, was die Brandenburger Optimisten mit Plau am See verbinden, kamen Antworten wie: Fischbrötchen, Badewannenrennen und lecker Eis. Als kleine Geschwister kennen Pauline, Maike (beide ESVK) und Simeon (LRS) Plau schon seit Jahren! Als A-Optimisten sollten sie zusammen mit Nina (ESVK), Tim (SCK), Max Willi (ESVK, Opti B) und Valentin (SCMA, Opti-B) Plau nun ganz neu kennenlernen: bei extremen Windbedingungen!

Jan Müller verschiebt die Grenzen in die richtige Richtung!           (S. Giese)

Vier Tage segeln – davon zwei Tage Training und zwei Tage Regatta – bei – so Landestrainer Jan Müller – „richtig richtig Druckbedingungen“. Begeistert berichtet er: „Am Donnerstag und Freitag übermäßig Druck mit bis zu 30 Knoten Wind – Bedingungen, bei denen wir vor anderthalb Jahren noch nicht im Traum daran denken konnten, segeln zu können. Ich war super happy, dass wir mit der gesamten Trainingsgruppe da rausgehen konnten und ich mir sicher sein konnte, dass da nichts schiefgeht!“ Selbst, wenn eines des Kids kenterte, konnte er konzentriert weiter trainieren. Die anderen mussten nicht warten, bis das Boot ausgeschöpft war: „Ich konnte mich darauf verlassen, dass die Kids sicher sind – in allem. Deshalb bin ich mit ihnen den Donnerstag auch den ganzen See runtergefahren – bis ans andere Ende, um Extrembedingungen zu suchen. Wenn die Kids mit solchen Bedingungen klarkommen, erscheint es ihnen mit etwas weniger Wind um so leichter.“ Die Taktik ist voll aufgegangen.

Pauline (ESVK) punktet bei extremem Wind! (J. Müller)

Das empfindet auch Pauline so, die mit einem sechsten Platz und als zweitbestes Mädchen bei den 55 A-Optimisten ein tolles Ergebnis ersegelt hat: „Bei unseren zwei Trainingstagen hatten wir richtig viel Wind. Und das war sehr gut, weil wir am Samstag auch so viel Wind hatten. Da es zunächst ein Auslaufverbot gab, hatten wir alle ein bisschen Panik vor dem Wind.“ Aber der Wind war weniger heftig als an den Trainingstagen und so kamen die Kinder richtig gut klar. Pauline erzählt zufrieden: „Die ersten Rennen liefen sehr gut. Es war sehr cool, so weit vorne mitzufahren – auch bei dem vielen Wind.“

Auch Jan Müller ist happy: „Wir haben richtig was geschafft: Die Grenze, von der die Kinder glauben, es sei die Grenze, haben wir weit verschoben. Das war der Bringer – total!“

Ein wenig bedauert er, dass nicht alle Segler ihr Vermögen in der Regatta abrufen konnten: Simeon musste krank aufhören, auch Maike war nicht topfit. Sie und Nina waren an der ersten Luv-Tonne immer weit vorne, konnten es aber nicht durchhalten. Jan Müller resümiert: „Seglerisch alle gut – aber platzierungstechnisch ist mehr drin! Das Spitzenergebnis von Pauline bleibt aber stehen. Zudem ist Tim weit in die erste Hälfte gefahren – auch wieder gut.“

Abseits des Segelns haben alle ein weiteres Highlight genossen: das Teambuilding im Kletterpark. Jan Müller schwärmt: „Das war wieder cool – eine schöne Sache!“ Mit einem sehr zufriedenen Gefühl ist er nach dem erlebnisreichen Wochenende nach Hause gefahren mit der Gewissheit, „dass wir wieder einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.“

Übrigens waren wieder einmal jüngere Geschwister mit in Plau am See. Valentins kleine Schwester Juli hat auf dem Vereinszeltplatz schnell Freunde gefunden. Fragt man sie in drei Jahren als A-Optimistin, womit sie Plau am See verbindet, ist es vielleicht – Wickinger-Schach?

 

Neben routinierten A- und B-Seglern: Valentins Schwester Juli (links oben): vom Segelfieber angesteckt!                                                             Foto: J. Rangnow

Artikel: Ulrike Schubach

Fotos: Jan Müller, Sebastian Giese, Julian Rangnow